Am 09. Mai wird die Initiative friedliche Uni an der Initiativenstraße des AStA teilnehmen (vor dem Hörsaalzentrum, Vormittags bis circa 15:00 Uhr).
Dies wird auch im Anschluss an die bundesweite Aktionswoche geschehen (siehe post vom 27. April 2012)
Ihr seid alle herzlich eingeladen, vorbei zu schauen, euch zu informieren, Fragen zu stellen und zu diskutieren...
Wir freuen uns auf Euch!
Wir sind eine Initiative, die sich für die Einführung einer Zivilklausel, also einer freiwilligen Selbstverpflichtung zu ausschließlich ziviler und friedlicher Forschung an der Universität Augsburg einsetzt.
Aufruf zur bundesweiten Aktionswoche "Hochschulen für den Frieden"
Mit den Waffen des Geistes gegen den Geist der Waffen – Hochschulen für den Frieden!
Aufruf zu einer bundesweiten Aktionswoche für Zivilklauseln, 1.-8. Mai 2012
Wir, die Initiative „Hochschulen für den Frieden – Ja zur Zivilklausel“, rufen Studierende, Lehrende, Hochschulmitarbeiter*innen und gesellschaftliche Kräfte auf, sich an der Aktionswoche für zivile und friedliche Wissenschaften vom 1. bis 8. Mai 2012 zu beteiligen und Aktivitäten vor Ort zu initiieren. Mit dem Tag der Arbeit und dem Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus stellen wir uns in die Tradition des weltweiten Engagements für die humane und zivile Entwicklung der Gesellschaft.
Gerade in globalen Krisenzeiten: Die Hochschulen stehen in der Verantwortung, zur Lösung der drängenden gesellschaftlichen Probleme beizutragen. Die Ergründung der Ursachen von Kriegen sowie der Bedingungen von Frieden, die Überwindung weltweiter sozialer Ungleichheit und ökologischer Zerstörung, zivile Konfliktbearbeitung und Völkerverständigung, internationale Abrüstung sowie die Konversion von Kriegs- in Friedensproduktion sind dringende Aufgaben, auch für die Wissenschaft. Diese muss für eine nachhaltige und humane Entwicklung und menschenwürdige Gestaltung der Lebensbedingungen weltweit eintreten. Die Abhängigkeit der wissenschaftlichen Einrichtungen von privaten Geldgebern gerade aus dem Bereich der Rüstungsindustrie und des Militärs verdrängt die intellektuellen Bemühungen einer wissenschaftlichen Tätigkeit im Interesse der Allgemeinheit.
Bundesweit stößt die Indienstnahme von Forschung und Lehre für den Krieg zunehmend auf das Engagement von Hochschulaktiven für eine Wissenschaft, die zu einer zivilen, sozialen, demokratischen und nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft beiträgt. Am KIT in Karlsruhe, an der Uni Köln, der FU Berlin und der Uni Frankfurt haben sich bei Urabstimmungen deutliche Mehrheiten der Studierenden für eine strikt zivile und friedenschaffende Orientierung der Wissenschaft (Zivilklausel) ausgesprochen; mehrere Hochschulen haben Zivilklauseln. Die Universität Bremen hat ihre Zivilklausel gerade gegen den Druck eines Rüstungsunternehmens bekräftigt.
Wir rufen bundesweit zu vielfältigen Aktionen zwischen dem 1. Mai und den 8. Mai auf, zu öffentlichen Veranstaltungen, Seminaren, Aufklärungs- und Protestaktionen, Pressekonferenzen und Diskussionen mit Politik und Universität über die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft. Mit den Waffen des Geistes gegen den Geist der Waffen können alle kooperativ für eine humane und zivile Gestaltung der Welt lernen, forschen und arbeiten.
Aufruf der Initiative Hochschulen für den Frieden:
Rede zum Augsburger Ostermarsch 2012
Keine Kriegsforschung an Hochschulen! Für eine Zivilklausel an der Universität Augsburg!
Im
Süden der sogenannten „Friedensstadt Augsburg“ entsteht in
unmittelbarer Nähe zum Campus der Universität der Innovationspark.
Dort sollen auf 70 Hektar Forschung, Lehre und Entwicklung einen
gemeinsamen Ort finden. Die Schlüsseltechnik dort sind
Carbonfaserverbundwerkstoffe, die leichter, aber stabiler wie Stahl
sind und sich somit besonders für Fahrzeuge sowohl ziviler aber
gerade auch militärischer Verwendung eignen.
Noch
dazu sollen sich auf dem Innovationspark Firmen ansiedeln, die in der
Rüstungsindustrie tätig sind, z.B. Cassidian, die Rüstungssparte
von EADS, Premium Aerotec oder Renk; aber auch DLR und
Fraunhofer-Gesellschaft sind bekanntermaßen im militärischen
Bereich tätig. Der Innovationspark ist also wohl eher ein
Rüstungspark – in einer Stadt, die sich gerne mit dem Label
Friedensstadt schmückt und dabei vergisst, dass sie bereits jetzt
ein wichtiger Standort für Rüstungsunternehmen ist.
Eine
wichtige Säule des Innovationsparkes ist die enge Zusammenarbeit
zwischen der Privatwirtschaft und den Hochschulen. So sollen DLR und
Fraunhofer-Gesellschaft jeweils eine Stiftungsprofessur an der
Universität stellen und mit mehreren Forschungsgruppen auf dem
Campus tätig sein. Sogar 2 neue Bachelorstudiengänge wurden in
diesem Zusammenhang ins Leben gerufen.
Damit
erreicht sowohl die Verschmelzung von wirtschaftlichen Interessen mit
der Institution Hochschule eine ganz neue Dimension, als auch ihre
Militarisierung.
Diese
Entwicklung in Augsburg entspricht durchaus einem deutschen Trend: so
gab die Bundesregierung im Jahr 2008 ganze 1,1 Milliarden Euro für
Rüstungsforschung an Hochschulen und deren An-Instituten aus. An
insgesamt 27 Hochschulen wird bundeswehrrelevante und wehrtechnische
Forschung durch das Bundesverteidigungsministerium finanziert. Laut
einer kleinen Anfrage der Linken an den Bundestag, an welchen
Hochschulen für die Bundesregierung Militärforschung betrieben
wird, erhielt auch die Uni Augsburg in den Jahren 2003, 2004
Drittmittelzuwendungen durch das Bundesverteidigungsministerium;
Verwendung unbekannt.
Was
genau dort erforscht wurde ist unklar, unterliegt Militärforschung
doch der Geheimhaltung. Wie ist eine solche systematische
Intransparenz an einer öffentlichen Institution möglich? Warum gibt
es keinen Aufschrei der Empörung?
Doch
es regt sich Widerstand. An vielen Universitäten und Hochschulen
wird die Forderung nach einer sogenannten „Zivilklausel“ laut,
mit der sich die Hochschulen auf friedliche und zivile Forschung und
gegen Militärforschung selbst verpflichten. Unter anderem in Bremen,
Oldenburg, Karlsruhe, an der TU Berlin und in Tübingen existieren
solche Zivilklauseln bereits. In Köln und Frankfurt stimmten vor
kurzem die Studierenden mit klarer Mehrheit für eine Zivilklausel.
Auch an der Uni Augsburg wird es Zeit, eine solche Zivilklausel zu
fordern. Wir, die Initiative „friedliche Uni Augsburg“ haben uns
aus diesem Grund formiert, um von studentischer Seite aus dieses
Thema öffentlich zu machen. Dazu brauchen wir die breite
Unterstützung aller Augsburger und Augsburgerinnen!
Rüstungs-
und Militärforschung haben an der öffentlichen und zivilen
Institution der Hochschule nichts zu suchen!
Doch
dass die Hochschulen sich ohne langes Zögern auf einen Deal mit der
Rüstungsindustrie einlassen, ist kaum verwunderlich, angesichts
ihrer finanziellen Notlage, ihrer chronischen Unterfinanzierung, dem
Zwang, im Wettkampf um „Exzellenz“ und Gelder zu bestehen. Die
„Ökonomisierung“ unterwirft die Hochschulen einer unmittelbaren
Verwertungslogik, die weit entfernt von ethischen Selbstreflexionen
und gesellschaftlicher Verantwortlichkeit liegt.
Denn
welche gesellschaftliche Verantwortung trägt die Wissenschaft? Wie
nimmt sie diese heute wahr?
Eine
Zivilklausel ist der erste Schritt in die richtige Richtung - nämlich
eben diese Fragen wieder öffentlich zu diskutieren, die
Unabhängigkeit der Hochschulen zu wahren und unsere demokratischen
Grundsätze aufrechtzuhalten. Universitäten sind weder reine
Ausbildungsmaschinerien, wie es der Bachelor gerne suggeriert, noch
sind sie nur der Hort für „innovative Ideen“, die Deutschlands
internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken sollen. Hochschulen
tragen eine Verantwortung für die Beantwortung der aktuellen Fragen
und Probleme unserer Gesellschaft. Ethische Dimensionen dürfen dabei
nicht ausgespart werden!
Eine
Zivilklausel, die Militärforschung verbietet, ist keineswegs eine
Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit, wie oft von Gegnern
argumentiert wird. Vielmehr ist die Wissenschaft zunehmend angewiesen
auf Gelder aus der Wirtschaft. Durch eine Zivilklausel wird die
Unabhängigkeit der Hochschulen von Rüstungsforschung und damit die
Wissenschaftsfreiheit erst ermöglicht.
Über
die Rechtmäßigkeit von Krieg wurde und wird schon immer gestritten.
Unstrittig ist, dass Gewalt gegen andere Menschen nicht zu tolerieren
ist.
Doch
wie schon Einstein, zuerst radikaler Pazifist, dann angesichts der
Gefahr durch Hitler Befürworter des Baus der Atombombe, erkannte:
„Man
muß sich klarmachen, daß jene mächtigen Gruppen der Industrie, die
an der Produktion der Waffen beteiligt sind, in allen Ländern einer
friedlichen Regelung der internationalen Streitfragen entgegenwirken
und daß die Regierenden nur dann jenes wichtige Ziel erreichen
können, wenn sie der tatkräftigen Unterstützung der Majorität der
Bevölkerung sicher sind. In unserer Zeit demokratischer
Regierungsform ist das Schicksal der Völker von diesen selbst
abhängig; dessen muß jeder einzelne stets eingedenk sein.“
Es
ist also an uns, als Bürger und Bürgerinnen, als Zivilgesellschaft,
eine Kultur zu schaffen, in der Krieg nicht mehr als legitimes Mittel
der Politik, sondern als deren Ende gesehen wird. Eine Öffentlichkeit
zu schaffen, in der wir nicht mehr die Augen verschließen vor dem,
was direkt vor unserer Nase zur Vorbereitung von Kriegen geschieht,
sondern offen legen, diskutieren und anprangern, was ethisch
verwerflich ist.
Universitäten
als öffentliche und zivile Institutionen, als Ort der Bildung und
der Erkenntnissuche dürfen sich nicht für militärische Zwecke
vereinnahmen lassen!
Dies
laut zu fordern, ist es jetzt an der Zeit.
Pax Christi unterstützt die Forderung nach einer Zivilklausel
29.3.2012
pax
christi Augsburg unterstützt
Forderung
nach Zivilklausel an der Universität Augsburg
Die Stadt Augsburg versucht seit Jahren
ihr Profil als Stadt des Friedens zu entwickeln. Dazu wurden einige
Akzente gesetzt. So wird regelmäßig ein inzwischen überregional
wahr- genommener Friedenspreis der Stadt Augsburg ausgelobt, die
Stadt ist Mitglied bei den Mayors for Peace, der Augsburger
Friedenstag hat nationale Bedeutung, ein Projektbüro „Frieden und
Interkultur“ ist fest installiert und viele gesellschaftliche
Friedensinitiativen haben ihren festen Platz in der Augsburger
Bürgergesellschaft. Und das ist gut so.
Dieses städtische Friedensleitbild
gilt es zu festigen und weiter zu entwickeln. In diesem Zusammenhang
ist für uns von pax christi auch die Diskussion um eine Zivilklausel
zur Verhinderung einer universitären Verknüpfung mit der
Rüstungsforschung an der Universität Augsburg zu sehen. Wir fordern
die Stadt auf, sich bei der Universität für ein klares Ja zur
Einführung einer solchen Klausel einzusetzen. Erst eine solche
Selbstverpflichtung, nur für zivile, d.h. nicht-militärische Zwecke
zu forschen, wird dem Anspruch einer Friedensstadt gerecht. Gerade
freie Wissenschaft muss sich der Frage nach den ethischen Maßstäben
stellen, der Frage wozu und wofür geforscht wird. Die städtische
Politik muss hier Zeichen setzen, um glaubwürdig eine Friedensstadt
zu sein, in der für den Frieden produziert und geforscht wird. Wenn
im Innovationspark Raum gegeben wird für Militärforschung - offen
oder verdeckt – und gar Rüstungsproduktion, so ist dies mit dem
städtischen Friedensanspruch unvereinbar.
Als internationale katholische
Friedensbewegung unterstützen wir alle Initiativen, die sich für
eine Zivilklausel an der Universität Augsburg einsetzen. Einige
deutsche Universitäten haben sich selbst dieser Verpflichtung
bereits unterzogen. Wir hoffen sehr, dass sich die Universität
Augsburg dieser anschließt. So kann die Zielrichtung nur sein:
Einführung einer Zivilklausel, jetzt
und hier in Augsburg.
f.d. Vorstand
Christian Artner-Schedler
(Referent für Friedensarbeit)
pax christi
Bistumsstelle Augsburg, Ottmarsgässchen 8, 86152 Augsburg
Tel. 0821 517751 –
E-mail: augsburg@paxchristi.de
- www.augsburg.paxchristi.de
Aufruf zum Ostermarsch 2012
Liebe Freunde,
am Samstag, 07.04.2012 findet ab 12 Uhr am Rathausplatz der Ostermarsch 2012 statt. Zunächst gibt es mehrere Kundgebungen (u.a. auch eine von uns), bevor gemeinsam zu einer Demonstration durch die Augsburger Innenstadt aufgebrochen wird.
Veranstaltet wird der Ostermarsch von der AFI - der Augsburger Friedensinitiative - einem losen Zusammenschluss von Organisationen und Einzelpersonen, welche sich für den Frieden engagieren und denen die Einführung einer Zivilklausel an der Uni Augsburg ein sehr wichtiges Anliegen ist.
Wir freuen uns auf euer kommen!
Nähere Infos zur AFI: http://www.augsburger-friedensinitiative.de/
am Samstag, 07.04.2012 findet ab 12 Uhr am Rathausplatz der Ostermarsch 2012 statt. Zunächst gibt es mehrere Kundgebungen (u.a. auch eine von uns), bevor gemeinsam zu einer Demonstration durch die Augsburger Innenstadt aufgebrochen wird.
Veranstaltet wird der Ostermarsch von der AFI - der Augsburger Friedensinitiative - einem losen Zusammenschluss von Organisationen und Einzelpersonen, welche sich für den Frieden engagieren und denen die Einführung einer Zivilklausel an der Uni Augsburg ein sehr wichtiges Anliegen ist.
Wir freuen uns auf euer kommen!
Nähere Infos zur AFI: http://www.augsburger-friedensinitiative.de/
Unentschieden beim Streit um eine städtische Zivilklausel für den Innovationspark
Mit einem Patt von 6:6 Stimmen konnte in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 29. Februar der Beschluss von CSU, CSM und Pro Augsburg abgelehnt werden, in welchem es heißt: "Eine Zivilklausel für den Innovationspark Augsburg wird derzeit nicht befürwortet". Verhindert wurde dies durch die Grünen, SPD und Freien Wählern.
Damit ist das Thema "Zivilklausel" auf städtischer Ebene erstmal - wenn auch knapp - nicht vom Tisch. Stattdessen, heißt es, wird die Entwicklung an der Universität Augsburg beobachtet, wie sie sich positionieren wird.
Genaure Details gibt es hier:
http://www.forumaugsburg.de/s_6kultur/Wissenschaft/120313_kommunale-zivilklausel/artikel2.pdf
Damit ist das Thema "Zivilklausel" auf städtischer Ebene erstmal - wenn auch knapp - nicht vom Tisch. Stattdessen, heißt es, wird die Entwicklung an der Universität Augsburg beobachtet, wie sie sich positionieren wird.
Genaure Details gibt es hier:
http://www.forumaugsburg.de/s_6kultur/Wissenschaft/120313_kommunale-zivilklausel/artikel2.pdf
Veranstaltungsreihe 2012
Ausgangspunkt für diese Diskussion bildet einerseits der Augsburger Innovationspark und zum anderen die Zivilklauselbewegungen an anderen Universitäten. Die Einführung einer solchen Klausel wird kontrovers diskutiert und soll durch die einzelnen Veranstaltungen unter den verschiedenen Aspekten beleuchtet werden.
Idee und Zukunft des Innovationsparks
Was ist der Innovationspark? Was erwartet uns mit diesem? Wohin soll er sich entwickeln? Handelt es sich beim Innovationspark gar um einen Rüstungspark?
PODIUMSDISKUSSION
Moderation Prof. Dr. Christoph Weller
Mittwoch, den 16. Mai 2012 um 17.30 Uhr im Raum 2001 (Juristische Fakultät)
Eine Dokumentation dieser Veranstaltung veröffentlichte das Forum solidarisches und friedliches Augsburg:
http://www.forumaugsburg.de/s_6kultur/Wissenschaft/120606_podiumsdiskussion-uni-innovationspark-1/artikel1.pdf
http://www.forumaugsburg.de/s_6kultur/Wissenschaft/120607_podiumsdiskussion-uni-innovationspark-2/artikel2.pdf
Zivilklausel und Dual-Use-Problematik
Sind nicht alle wissenschaftlichen Erkenntnisse militärisch nutzbar? Wie wird in diesem Zusammenhang eine Zivilklausel umgesetzt?
VORTRAG
mit Ralf Streibl (Uni Bremen)
Dienstag, den 5. Juni 2012 um 18.00 Uhr im Raum 2045N (Informatik)
Zwischen Ethik und Wirtschaftlichkeit - Die Rolle der Universität
in der Gesellschaft
Drittmittelabhängigkeit oder kritische Reflexion? Welche ethische Verantwortung trägt die Wissenschaft? Widerspricht Rüstungsforschung dem zivilen Status der Universität? Wo stehen wir und wo wollen wir hin?
PODIUMSDISKUSSION
mit Prof. Sabine Doering-Manteuffe (Präsidentin der Universität Augsburg), Prof. Reiner Keller (Lehrstuhl Soziologie UA), Prof. Siegfried Horn (Institut für Material and Ressource Management), Nadja Brach* (Karlsruher Institut für Technologie, Initiative gegen Militärforschung an Universitäten), Michael Lippok (Initiative friedliche Uni Augsburg)
Moderation Prof. Dr. Christoph Weller
Donnerstag, den 21. Juni 2012 um 18.00 Uhr im Hörsaal 1009 (Juristische Fakultät)
Zivilklausel vs. Militarisierung. Was leistet eine Zivilklausel?
Findet eine Militarisierung der Gesellschaft statt? Was ist eine Zivilklausel und ist sie ein Gegenmittel? Was bedeutet das für uns und die Uni Augsburg?
VORTRAG
mit Christoph Wiesner (Uni Frankfurt)
Montag, den 25. Juni 2012 um 17.30 Uhr im Raum 1010 (Juristische Fakultät)
Im Zusammenarbeit mit dem AStA der Uni Augsburg
Konventsbeschlüsse zur "Zivilklausel"
In einer außerordentlichen Konventssitzung am 22.12.11 wurden im studentischen Konvent 2 Beschlüsse die Diskussion um eine Zivilklausel betreffen abgestimmt.
Der erste erteilt dem AStA, insbesondere dem HoPo-Referat und dem Sprecherrat den Auftrag, sich um die Politisierung der Studierendenschaft zum Thema Zivilklausel zu bemühen.
Der zweite richtet an die studentische Vertreterin in der erweiterten Universitätsleitung die Bitte, sie möge sich dort für die Bildung einer Kommission einsetzen, welche - interfakultär (bzw. aus den 3 "Körben" Math-Nat., Jura-Wiwi und den Phil-Fakultäten) und mit VertreterInnen aus allen Statusgruppen paritätisch besetzt - eine Zivilklausel diskutiert und eine mögliche Formulierung erarbeitet.
So soll die Diskussion von studentischer Seite angeregt werden.
Der erste erteilt dem AStA, insbesondere dem HoPo-Referat und dem Sprecherrat den Auftrag, sich um die Politisierung der Studierendenschaft zum Thema Zivilklausel zu bemühen.
Der zweite richtet an die studentische Vertreterin in der erweiterten Universitätsleitung die Bitte, sie möge sich dort für die Bildung einer Kommission einsetzen, welche - interfakultär (bzw. aus den 3 "Körben" Math-Nat., Jura-Wiwi und den Phil-Fakultäten) und mit VertreterInnen aus allen Statusgruppen paritätisch besetzt - eine Zivilklausel diskutiert und eine mögliche Formulierung erarbeitet.
So soll die Diskussion von studentischer Seite angeregt werden.
Eine Zivilklausel an der Uni Augsburg?
Was ist eine Zivilklausel?
Eine Zivilklausel ist eine Selbstverpflichtung einer Universität oder vergleichbaren wissenschaftlichen Einrichtung, nur für friedliche und zivile, das heißt nicht-militärische Zwecke zu forschen und zu lehren.
Die erste Zivilklausel wurde 1986 in der Satzung (quasi das „Grundgesetz“ einer Hochschule) der Universität Bremen verankert, inzwischen existieren jedoch an mehreren Universitäten solche Selbstverpflichtungen, zum Beispiel an der Universität Tübingen, Berlin (TU), Dortmund, Konstanz oder Oldenburg. 2010 stimmten 64% der Studierenden für die Einführung einer Zivilklausel an der Universität Köln. In Niedersachsen existierte von 1993 bis 2002 sogar eine Zivilklausel im Landeshochschulgesetz.
Warum interessiert uns das an der Universität Augsburg?
Besondere Brisanz erfährt das Thema einer Zivilklausel an der Universität Augsburg durch den sogenannten „Innovationspark“, welcher in unmittelbarer Campusnähe gebaut werden soll. Das Konzept sieht vor „die gesamte Wertschöpfungskette“ ab zu decken – von der Forschung bis zur Produktion. Dabei ist auch eine enge Kooperation zwischen Uni und Unternehmen bzw. Einrichtungen des Innoparks vorgesehen.
Zu solchen Unternehmen gehören jedoch auch dezidierte Rüstungsfirmen: Cassidian, die Rüstungssparte von EADS, Premium Aerotec, welches das Nachfolgeunternehmen der ehemaligen Messerschmittwerke und für den Bau von Teilen für den Eurofighter verantwortlich ist oder die Frauenhofergeslleschaft, deren Institute das Grundetat durch das Verteidigungsministerium finanziert werden.
Es wird Zeit, dass sich hier Widerstand regt!
Wissenschaft muss sich kritisch mit ihren Inhalten auseinandersetzen und darf nicht zum Zulieferer für Unternehmen werden, die vom Krieg profitieren!
Universitäten als zivilgesellschaftliche Institutionen tragen die Verantwortung, zum Wohle der Menschheit beizutragen und der Friedensfinalität des Grundgesetzes gerecht zu werden.
Eine Zivilklausel ist eine Selbstverpflichtung einer Universität oder vergleichbaren wissenschaftlichen Einrichtung, nur für friedliche und zivile, das heißt nicht-militärische Zwecke zu forschen und zu lehren.
Die erste Zivilklausel wurde 1986 in der Satzung (quasi das „Grundgesetz“ einer Hochschule) der Universität Bremen verankert, inzwischen existieren jedoch an mehreren Universitäten solche Selbstverpflichtungen, zum Beispiel an der Universität Tübingen, Berlin (TU), Dortmund, Konstanz oder Oldenburg. 2010 stimmten 64% der Studierenden für die Einführung einer Zivilklausel an der Universität Köln. In Niedersachsen existierte von 1993 bis 2002 sogar eine Zivilklausel im Landeshochschulgesetz.
Warum interessiert uns das an der Universität Augsburg?
Besondere Brisanz erfährt das Thema einer Zivilklausel an der Universität Augsburg durch den sogenannten „Innovationspark“, welcher in unmittelbarer Campusnähe gebaut werden soll. Das Konzept sieht vor „die gesamte Wertschöpfungskette“ ab zu decken – von der Forschung bis zur Produktion. Dabei ist auch eine enge Kooperation zwischen Uni und Unternehmen bzw. Einrichtungen des Innoparks vorgesehen.
Zu solchen Unternehmen gehören jedoch auch dezidierte Rüstungsfirmen: Cassidian, die Rüstungssparte von EADS, Premium Aerotec, welches das Nachfolgeunternehmen der ehemaligen Messerschmittwerke und für den Bau von Teilen für den Eurofighter verantwortlich ist oder die Frauenhofergeslleschaft, deren Institute das Grundetat durch das Verteidigungsministerium finanziert werden.
Es wird Zeit, dass sich hier Widerstand regt!
Wissenschaft muss sich kritisch mit ihren Inhalten auseinandersetzen und darf nicht zum Zulieferer für Unternehmen werden, die vom Krieg profitieren!
Universitäten als zivilgesellschaftliche Institutionen tragen die Verantwortung, zum Wohle der Menschheit beizutragen und der Friedensfinalität des Grundgesetzes gerecht zu werden.
Der Innopark
Der sogenannte "Innovationspark" ist ein Projekt der Stadt Augsburg und des Freistaates Bayern. Auf einer circa 70 Hektar großen Fläche in unmittelbarer Nähe zum Campus der Universität soll ein Forschungs- und Entwicklungszentrum entstehen, das sich vor allem in den Bereichen Kohlefaserverbund, ressourceneffiziente Technologien, Mechatronik, IT und Umwelt spezialisieren soll.
Das Unternehmenscluster für den Innopark umfasst dabei gerade auch Firmen aus der Rüstungsindustrie:
EADS (European Aeronautic Defence and Space Compan) ist Europas größter Rüstungskonzern und versorgte alle drei Konfliktparteien in Libyen mit Waffen - sowohl die Rebellen und die NATO, als auch das Ghadafi-Regime.
Premium Aerotec, ein Tochterunternehmen von EADS, ist z.B. für das Rumpfmittelteil des Eurofighter und eines Militärtransporters verantwortlich.
Rheinmetall ist aus einer Verschmelzung der Gesellschaften Henschel Wehrtechnik, KUKA Wehrtechnik und MaK System Gesellschaft hervorgegangen. Rheinmetall ist nicht nur ein Zulieferer für die Automobilindustrie, sondern auch auf Platz 8 der europäischen Rüstungsunternehmen.
Renk: Der Augsburger Traditionsbetrieb und MAN-Tochter ist weltweit führend als Sytemanbieter für Antriebstechnik (z.B. für Panzer). 500 von 800 im Hauptwerk Augsburg Beschäftigten sind im Geschäftsfeld Wehrtechnik tätig.
Frauenhofergesellschaft: die Institute der FhG erhalten ihre Grundfinanzierung vom Bundesminsiterium für Verteidigung und so "deckt die FhG durch ihr Leistungsspektrum den weitaus größten Teil der institutionellen Forschung des BMVg ab" (http://www.vvs.fraunhofer.de/mission/).
Frauenhofergesellschaft: die Institute der FhG erhalten ihre Grundfinanzierung vom Bundesminsiterium für Verteidigung und so "deckt die FhG durch ihr Leistungsspektrum den weitaus größten Teil der institutionellen Forschung des BMVg ab" (http://www.vvs.fraunhofer.de/mission/).
In Augsburg soll es 3 Frauenhofer Forschungsrguppen zu funktionsintegrierten Leichtbau,ressourceneffiziente mechatronische Verarbeitungsmaschinen und Wirtschaftsinformatik geben.
Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) macht einen erheblichen Teil der wehrtechnischen Luftfahrtforschung. Alle Forschungs- und Entwicklungsbereiche des DLR sind militarisiert, definiert es Militärforschung doch als "Querschnitssaufgabe". In Augsburg soll ein Zentrum für Leichtbau-Produktionstechnologie entstehen.
Hier findet ihr Informationen zum geplanten Innovationspark, der südlich der Uni Augsburg entstehen soll:
Weitere Details und Links findet ihr auf der Seite dieses Blogs "Innovationspark".
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